Ursachen und Folgen der Mundatmung

 

Was Sie wissen müssen, wenn Ihr Kind schnarcht, knirscht oder ein Mundatmer ist

„Ich habe wie ein Baby geschlafen!“ – so beschreiben wir alle gerne eine erholsame Nacht. Für Kinder ist der Schlaf die Zeit des Wachstums und der Gehirnentwicklung.
Leider schlafen viele Babys und Kinder nicht sehr erholsam. Dies kann zur Folge haben, dass sie Tiefschlafzeiten verpassen, die notwendig für ihr Wachstum sind, um Ihr genetisches Potential voll zu entfalten.
Schnarchen, Mundatmung, Zähnepressen und Zähneknirschen können hierbei Anzeichen für Atemstörungen im Schlaf oder sogar einer obstruktiven Schlafapnoe bei Kindern sein.

 

Warum schadet die Mundatmung meinem Kind?

Auch wenn die Mundatmung auf den ersten Blick völlig harmlos erscheint, beeinflusst sie die Entwicklung eines Kindes, dessen Verhalten und auch seine Persönlichkeit.
Viele Mediziner und Therapeuten werden Ihnen wahrscheinlich sagen, dass sie sich keine Sorgen machen müssen: „Das verwächst sich!”
Die Wahrheit ist: “ES VER-WÄCHST SICH!” Mundatmung kann schwerwiegende Effekte auf die Entwicklung von Gesicht, Kiefer und Atemwege haben.

Wie Mundatmung die Gesichts- und Mundentwicklung verändert

Die Entwicklung der Kiefer, des Gesichts und der Zähne wird verändert, wenn keine reguläre Nasenatmung möglich ist.
Wissenschaftliche Studien an Menschen und Tieren zeigen deutlich, dass Mundatmung bei blockierter Nasenatmung unbehandelt zur Entwicklung von langen, schmalen Gesichtern, Zahnfehlstellungen und rückverlagerten Kiefern führt. Häufig sind auch Kopfschmerzen und CMD-Symptome zu beobachten.
Aber es geht nicht nur um das Aussehen. Wenn sich die Kiefer nicht vollständig entwickeln, können leicht die Atemwege auch während des Schlafes eingeengt werden.
In dem Moment, in dem sich die Muskeln während der Tiefschlafphase vollständig entspannen, können sich auch die Atemwege kollarbieren. Die Atemwege sind von Natur aus schon eng und können noch zusätzlich durch stark vergrößerte Mandeln und Polypen weiter eingeengt werden. Dies gilt sowohl für Kinder und Erwachsene.
Wenn die Atemwege eingeengt sind, muss das Gehirn die Tiefschlafphase beenden, um während einer weniger tiefen Schlafphase durch Zähneknirschen, Zähnepressen und das Vorschieben des Kiefers das Atmen zu erleichtern.
Zähneknirschen und Zähnepressen nutzt der Körper, um die kollabierten Atemwege wieder zu öffnen und so das Atmen zu erleichtern. Daher gilt Zähneknirschen und Zähnepressen die neuen Warnzeichen für eine Schlafapnoe.

Wie Mundatmung Verhalten und Persönlichkeit beeinflusst

Die Unterbrechung des Tiefschlafs beeinflusst die Entwicklung.
Das Wachstumshormon HGH wird während der Tiefschlafs freigesetzt und sind essentiell für die Kindliche Gehirnentwicklung und das Knochenwachstum. Wenn der Teifschlaf unterbrochen wird, wird auch die Freisetzung von HGH gestoppt. Ein Mangel an HGH hemmt das Wachstum und die Hirnentwicklung.
Der Tiefschlaf ermöglicht dem Körper sich vom Stress des Alltags zu erholen, zu erneuern, zu heilen. Erinnerungen und Gelerntes wird gespeichert und gefestigt. Weitere Hormone, die zum Beispiel den Appetit kontrollieren und andere wichtige Körperfunktionen steuern, werden während des Tiefschlafs reguliert. Das Gehrin ist nicht in der Lage sich gut zu regenerieren und der Schlaf ist weniger erholsam, wenn ein Kind schnarcht, mit den Zähnen knirscht oder mit den Zähnen presst.
Kinder mit Schlafmangel warden oft hyperaktiv, da durch einen erhöhten Adrenalinspiegel der Schlafmangel ausgeglichen wird. Häufig können sie nicht ihr vollen schulisches Potential entfalten, da ihr Gehirn und Körper durch die Schlafprobleme nicht die beste Leistung abrufen können. Oft wird bei Ihnen Verhaltenauffälligkeiten oder sogar ADHS diagnostiziert. Sie haben ein geschwächtes Immunsystem, sind weniger Gesund und häufiger übergewichtig.

Ratschläge für Eltern

  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind jede Hilfe erhält, um ungestört durch die Nase atmen zu können
  • Stellen Sie Ihr Kind schon im ersten Lebensjahr einem geschulten Zahnarzt vor, der sich mit Mundatmung und deren Folgen auskennt. Gerne können Sie hierzu ein Beratungsgespräch in unserer Praxis vereinbaren.
  • Lassen Sie Allergien Ihres Kindes rechtzeitig behandeln. Allergien können das Kind zur Mundatmung zwingen
  • Auch Nahrungsmittelallergien sind häufig nicht zu vernachlässigen und werden oft zu spät erkannt.

 

Zusammenhang von Mundatmung und Kieferentwicklung (auf Englisch)

Sehr gut verdeutlicht  Dr John Flutter auf der Breathing Conference 2014 in Stockholm, warum viele Kinder schiefe Zähne haben. Er erklärt welchen Einfluss Angewohnheiten wie Mundatmung oder falsches Schlucken einen negativen Einfluss auf unsere Zahn- und Gesichtsentwicklung haben. Er demonstriert, wie unsere Körperhaltung  die Enwicklung des Schädels und die Poitition von Zähnen und Kiefern im Schädel beeinflusst. Für alle die mehr erfahren wollen ist diese Video sehr hilfreich.